Danzig 2025 🇵🇱
~ Hendrik
Von Danzig hörten wir in der Vergangenheit bereits viel Gutes. Wunderschöne Altstadt, direkt an der Küste, gute Restaurants, historisch sehr bedeutend, etc. Wir wollten uns selbst überzeugen und planten ein langes Wochenende vor Ort. Spoiler - wir wurden nicht enttäuscht!
Westerplatte & Altstadt
Wir begannen den ersten Tag mit dem geschichtsträchtigen Teil der Stadt. Nach einer kurzen Uber-Fahrt erreichten wir die Westerplatte - den Ort, an dem der 2. Weltkrieg begann, als das deutsche Kriegsschiff "Schleswig-Holstein" die Westerplatte am 01. September 1939 beschoss. Hier wurde über die Zeit eine Art Freilicht-Museum errichtet, welches diverse Infotafeln und originale Relikte aus der damaligen Zeit beinhaltet, wie bspw. Überreste von Kasernen, kleinen Bunkern oder auch Wohnhäusern der Offiziere. Das Highlight der Westerplatte ist das "Pomnik Obrońców Wybrzeża" (Denkmal der Verteidiger der Küste), ein großes Denkmal, welches an die Verteidigung der Westerplatte durch polnische Soldaten zu Kriegsbeginn erinnert. Hier verbrachten wir noch etwas Zeit und ließen die Geschichte auf uns wirken, ehe wir uns auf den Rückweg machten.
Nach kurzer Hotel-Pause ging es für uns weiter in die Altstadt Danzigs, wofür die Stadt auch primär bekannt ist. Es reiht sich Fachwerk an Fachwerk und lädt pausenlos zum Stehenbleiben und Staunen ein. Ein bisschen fühlten wir uns an unsere zurückliegende Prag-Reise zurückerinnert, bei der wir uns am Ende der Reise durch die Reizüberflutung etwas erschlagen fühlten. Danzigs Altstadt ist wunderschön und erstreckt sich nicht, wie in vielen anderen Städten, über eine Hand voll Straßen im Stadtzentrum. Stattdessen ist sie viel weitläufiger. Ist man der Meinung, sie nun vollständig erkundet zu haben, entdeckt man im nächsten Augenblick die nächste Seitenstraße, welche einladende Cafe's, den obligatorischen Souvenir-Shop und schöne Restaurants zu bieten hat. So ließen wir den Tag beim Schlendern durch die Altstadt ausklingen.
Ostsee & wieder Altstadt
Am nächsten Tag stand bei uns der Küstenort Sopot auf dem Plan. Sopot ist vor allem als Kurort und Seebad bekannt und punktet zusätzlich mit der längsten Seebrücke Europas (511m) und der Strandpromenade "Monte Cassino" mit vielen schönen Restaurants und Geschäften. Architekturliebhaber können außerdem die alte Bäderarchitektur an einigen Kur-Einrichtungen bewundern. An diesem Tag war es am Strand ziemlich voll, weshalb wir nach ca 2 Stunden Sopot wieder verließen - es ist allerdings eines der schönsten Seebäder, welche ich bisher sehen durfte! Mit dem Wetter hatten wir Glück, der Himmel war gänzlich wolkenlos. Die Danziger Bucht bietet eine sehr entspannende Atmosphäre und selbst wenn man nicht selbst im Wasser ist, kann man die zahlreichen Boote und Jet-Skis in Aktion beobachten. Für Nerds wird sogar eine Bucht-Rundfahrt in einem echten Piratenschiff angeboten 🏴☠️.
Den restlichen Tag verbrachten wir erneut in der Innenstadt und erkundeten überwiegend den modernen Teil der Stadt. Dadurch, dass die historische Altstadt das bekannteste Merkmal Danzigs ist, wird schnell übersehen, dass die Stadt sich in Sachen Modernisierung und Gentrifizierung ebenfalls nicht verstecken muss. In den vergangenen Jahren wurden einige moderne Quartiere mit Shopping-Malls, diversen Grünflächen und Freizeit-Angeboten errichtet, was Besuchern der Stadt eine angenehme Abwechslung zwischen Geschichte und Zukunft ermöglicht. So kann auch der oben erwähnten Reizüberflutung vorgebeugt werden 😉. Ausklingen ließen wir diesen schönen Tag mit einem Spaziergang entlang der "Motława" (Mottlau), dem Fluss, der durch Danzig fließt. Auch hier ist die Flusspromenade an beiden Ufern sehr eindrucksvoll und kann mit einladenden Restaurants, einem recht hochfrequenten Bootsverkehr und dem Fachwerk im Hintergrund punkten.
Am nächsten Tag stand dann nur noch die Rückreise nach Hamburg an. Wir hätten definitiv noch mehr Zeit in Danzig verbringen können. Die Stadt bietet unglaublich viel und sorgt dafür, dass einem niemals langweilig wird, egal, wie viel man bereits gesehen hat. Mit dem obligatorischen Mitbringsel im Gepäck, verließen wir Danzig wieder.
Gut zu wissen
Polen sind nicht die gesprächigsten Menschen. Wir versuchten in verschiedenen Situation den Aufbau eines kleinen Gesprächs, wurden jedoch stets recht deutlich abgeblockt. Das Interesse an Smalltalk ist wohl nicht allzu groß - was natürlich an unserem Touristenstatus liegen könnte.
Das Kostenniveau in Polen ist spürbar niedriger als in Deutschland. Egal, wofür wir Geld ausgaben, ob Uber-Fahrten, Einkäufe im Supermarkt, Restaurantbesuche, etc. Ist man das deutsche Preisniveau gewöhnt, kommt es einem hier schon ein wenig paradiesisch vor und man wird automatisch viel zahlfreudiger, egal ob im Restaurant, im Uber, etc. 😄
Die Zahl der jungen, arbeitenden Leute ist enorm. Überall sieht man junges Personal, ob in Shops, im Hotel oder auch am Flughafen. Studenten-/Schülerjobs scheinen in Danzig recht populär zu sein.






Meine Lieblingsaufnahmen
